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Tischler und Schreiner

Tischler fertigen individuelle Lösungen aus Holz und erleben täglich, wie aus einer Idee ein greifbares Werkstück wird.

Warum dieses Handwerk

Tischler bauen, was zu einem Raum und zu einem Menschen passen soll: Küchen, Schränke, Treppen, Fenster, Türen, Ladeneinrichtungen, Praxen und Büros. Sie messen vor Ort auf, planen am Computer, fertigen in der Werkstatt an Sägen, Fräsen und CNC-Maschinen und montieren beim Kunden. Dazu kommen Reparatur, Restaurierung und der Einbau von Fertigteilen wie Fenstern und Innentüren. Am Ende steht ein Werkstück, das man anfassen kann und das oft Jahrzehnte in Gebrauch bleibt.

Der Beruf verlangt Genauigkeit im Zehntelmillimeter, Materialkenntnis und Gestaltungsgefühl. Massivholz, Furnier, Plattenwerkstoffe, Glas und Beschläge müssen zusammenpassen, und der Kunde soll am Ende bekommen, was er sich vorgestellt hat. Wer gern plant, mit Maschinen ebenso umgehen kann wie mit Handwerkzeug und Freude an sichtbaren Ergebnissen hat, findet hier eine Arbeit mit großem Spielraum.

In Sachsen-Anhalt gibt es rund 700 Tischlerbetriebe mit etwa 4.000 Beschäftigten, vom Ein-Mann-Betrieb bis zur Möbelmanufaktur mit eigener Fertigung. Der Fachverband Tischler Sachsen-Anhalt und die Innungen in den Kreishandwerkerschaften vertreten sie; die Handwerkskammern Halle und Magdeburg nehmen die Gesellen- und Meisterprüfungen ab.

Was man verdient

Für das Tischlerhandwerk in Sachsen-Anhalt gilt der Entgelttarifvertrag Ost, den die Tarifgemeinschaft der Landesinnungs- und Fachverbände in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit der IG Metall abgeschlossen hat. Das monatliche Eckentgelt der Entgeltgruppe 3.3 liegt seit dem 1. Januar 2026 bei 2.812,24 Euro brutto, nach 2.730,33 Euro im Jahr 2025. Diese Gruppe steht für Gesellen, die selbstständig und eigenverantwortlich arbeiten. Die tarifliche Arbeitszeit beträgt 38,5 Stunden je Woche, das Monatsentgelt ist auf 167,5 Stunden berechnet; rechnerisch sind das rund 16,80 Euro je Stunde.

Die übrigen Gruppen sind im Tarif als Prozentsätze des Eckentgelts angelegt. Nach dem Tarifdatenblatt von 2024 beginnen Gesellen direkt nach der Prüfung bei 90 Prozent, Facharbeiten mit Zusatzkenntnissen liegen bei 110 Prozent, hochwertige Facharbeiten mit Spezialkenntnissen bei 125 bis 145 Prozent, Meisteraufgaben bei 170 Prozent und Betriebsführung bei 200 Prozent. Unter der Annahme, dass diese Staffelung unverändert gilt, entspricht die Meistergruppe rechnerisch rund 4.780 Euro im Monat. Nach Tarif kommen 30 Urlaubstage, 40 Prozent Urlaubsgeld und 55 Prozent Weihnachtsgeld hinzu. Die Tabelle bindet nur Betriebe, die Mitglied im Fachverband sind oder den Tarif im Arbeitsvertrag anwenden; viele Betriebe zahlen daneben Zulagen für Montage, CNC-Programmierung oder Kundenberatung. Fragen Sie deshalb nach Entgeltgruppe, Wochenstunden, Sonderzahlungen und Zulagen.

Ausbildung, Meister, Aufstieg

Die Ausbildung zum Tischler dauert drei Jahre. Sie verbindet Arbeit im Betrieb, Berufsschule und überbetriebliche Maschinenkurse, in denen der sichere Umgang mit Sägen, Fräsen und Hobelmaschinen geübt wird. Die tarifliche Ausbildungsvergütung beträgt seit dem 1. Januar 2026 759,30 Euro im ersten, 871,79 Euro im zweiten und 1.068,65 Euro im dritten Jahr. Wer sich bewirbt, sollte Freude an Mathematik und Zeichnen mitbringen, sorgfältig arbeiten und Geduld für Details haben.

Nach der Gesellenprüfung sind Spezialisierungen möglich: CNC-Fertigung, Fensterbau, Innenausbau, Ladenbau, Restaurierung oder Kundenberatung. Der Tarifvertrag belohnt Zusatz- und Spezialkenntnisse mit eigenen Entgeltgruppen. Der Meisterbrief eröffnet Ausbildung, Fertigungsleitung und die Führung oder Übernahme eines Betriebs. Daneben führen der Holztechniker, der Gestalter im Handwerk und ein Studium in Holztechnik oder Innenarchitektur weiter. Viele Tischlereien im Land suchen in den nächsten Jahren Nachfolger.

Zukunft in Sachsen-Anhalt

Der Bedarf entsteht vor allem im Bestand. Alte Häuser brauchen neue Fenster und Türen, die Wärmeschutz, Einbruchschutz und Denkmalauflagen zugleich erfüllen; Wohnungen werden altersgerecht umgebaut; Schulen, Praxen und Verwaltungen werden eingerichtet. In Fachwerkstädten wie Quedlinburg oder Wernigerode und an Baudenkmalen wie den Bauhausbauten in Dessau werden historische Fenster, Türen und Ausstattungen von Tischlern nachgebaut oder restauriert, nach Vorgaben des Denkmalschutzes.

Dazu kommt der Trend zu Maßarbeit: Wer Küche, Einbauschrank oder Ladeneinrichtung genau passend haben will, braucht einen Betrieb vor Ort. Digitale Planung und CNC-Maschinen machen diese Einzelfertigung bezahlbar, erfordern aber Fachkräfte, die beides beherrschen. Die Betriebe im Land konkurrieren um diese Leute, und der Fachverband wirbt gezielt um Auszubildende und Quereinsteiger.

So bewerben Sie sich

Nennen Sie Ausbildung, Berufsjahre, Führerschein und Ihre Schwerpunkte: Möbel, Innenausbau, Fenster und Türen, Montage, CNC oder Restaurierung. Fotos von eigenen Werkstücken sagen mehr als lange Sätze, auch bei Einsteigern. Nennen Sie Maschinen und Programme, mit denen Sie gearbeitet haben, und ob Sie Kundenkontakt gewohnt sind.

Klären Sie im Gespräch, wie sich Werkstatt- und Montagearbeit verteilen, wie Fahrzeiten und Mehrarbeit vergütet werden, welche Maschinen der Betrieb hat und in welche Entgeltgruppe er einstuft. Fragen Sie nach Fortbildung und Perspektive. Offene Tischlerstellen in Sachsen-Anhalt finden Sie direkt unter diesem Artikel; die Bewerbung geht ohne Umweg an den Betrieb.

Offene Stellen im Gewerk

1offene Stelle in Sachsen-Anhalt

Stiftung Bauhaus Dessau

Dessau-Roßlau

Ausbildungsplatz: Tischler/in (m/w/d)

Ausbildung1. Ausbildungsjahr: 1.296,82 €; 2. Ausbildungsjahr: 1.410,96 €; 3. Ausbildungsjahr: 1.490,61 €

Veröffentlicht am 27. August 2026