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Steinmetz und Bildhauer

Steinmetze und Bildhauer gestalten dauerhaft sichtbare Einzelstücke und bewahren ein anspruchsvolles Kulturhandwerk.

Warum dieses Handwerk

Stein hält länger als fast alles, was Menschen bauen. Steinmetze fertigen Grabmale, Fensterbänke, Treppen, Bodenbeläge, Fassadenplatten, Brunnen und Küchenarbeitsplatten aus Naturstein, versetzen sie auf der Baustelle und restaurieren Mauerwerk, Portale und Skulpturen an alten Gebäuden. Steinbildhauer arbeiten freier: Sie modellieren, hauen Schriften und Reliefs und schaffen Figuren und Ornamente nach eigenem oder historischem Entwurf. Beide lesen Zeichnungen, wählen das Material, sägen, fräsen, schleifen und arbeiten mit Hammer und Eisen, wo eine Maschine nicht hinkommt.

Das Gewerk verbindet Kraft mit Feingefühl. Ein Block Sandstein wird mit der Maschine zugeschnitten, doch die letzte Kante, die Schrift und das Profil entstehen von Hand. Wer Geduld hat, ein Auge für Proportionen mitbringt und ein Werk hinterlassen möchte, das in hundert Jahren noch steht, ist hier richtig. Auch der Umgang mit Trauernden gehört dazu, weil Grabmale ein wichtiger Teil vieler Betriebe sind.

In Sachsen-Anhalt gibt es dafür besonders viel Substanz: Dome in Magdeburg, Naumburg und Halberstadt, die Altstädte von Quedlinburg und Wernigerode, Schlösser, Kirchen und Stadtmauern, dazu regionale Gesteine wie Sandstein und Grauwacke aus dem Harzvorland. Steinmetzbetriebe sind meist kleine Innungsbetriebe mit eigener Werkstatt und Ausstellung.

Was man verdient

Für das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk gilt in den ostdeutschen Ländern einschließlich Sachsen-Anhalt ein eigener Lohntarifvertrag zwischen dem Bundesinnungsverband und der IG BAU. Die Berliner Tarifbroschüre dokumentiert die Ost-Tabelle mit Stand 1. August 2022: Steinmetze und Schrifthauer in der Ecklohngruppe 3 erhielten 15,10 Euro je Stunde, Vorarbeiter 15,70 Euro (104 Prozent), Steinbildhauer 17,06 Euro (113 Prozent), Gesellen im ersten Jahr 13,59 Euro (92 Prozent) und Helfer den Branchenmindestlohn von 13,35 Euro. Diese Werte sind vier Jahre alt; ein neuer Abschluss kann inzwischen gelten, und die untersten Sätze liegen heute unter dem gesetzlichen Mindestlohn, der dann Vorrang hat. Prüfen Sie den aktuellen Stand im Tarifregister Sachsen-Anhalt, bevor Sie mit einer Zahl rechnen.

Der Tarif regelt außerdem 39 Wochenstunden, 30 Tage Urlaub, Urlaubsgeld je Urlaubstag, ein anteiliges 13. Monatseinkommen und Zuschläge für Mehr-, Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit. Er gilt nur in tarifgebundenen Betrieben oder bei Verweis im Arbeitsvertrag. Wer Restaurierung, Versetzarbeiten auf der Baustelle oder gestalterische Bildhauerarbeit beherrscht, wird höher eingruppiert. Fragen Sie im Gespräch nach Lohngruppe, Wochenstunden, Montagezuschlägen und Sonderzahlungen.

Ausbildung, Meister, Aufstieg

Die duale Ausbildung zum Steinmetz und Steinbildhauer dauert drei Jahre und hat zwei Fachrichtungen: Steinmetzarbeiten und Steinbildhauerarbeiten. Nach dem bundesweiten Ausbildungsvergütungstarifvertrag vom 1. November 2025 beträgt die Vergütung 945 Euro im ersten, 1.045 Euro im zweiten und 1.195 Euro im dritten Ausbildungsjahr; ab dem 1. August 2026 steigt sie auf 965, 1.065 und 1.215 Euro. Die Allgemeinverbindlichkeit dieses Vertrags war zum Stand der Quelle beantragt. Voraussetzungen sind räumliches Vorstellungsvermögen, Sorgfalt, körperliche Belastbarkeit und Freude am Gestalten; Zeichnen und Modellieren lernt man in der Ausbildung.

Nach der Gesellenprüfung führen Fortbildungen zum Restaurator im Handwerk, zur Fachkraft für Natursteinverlegung, Grabmalgestaltung oder CNC-Steinbearbeitung. Der Meisterbrief im Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk erlaubt Ausbildung, Betriebsführung und Selbstständigkeit; viele Betriebe im Land suchen Nachfolger. Techniker für Steintechnik, ein Studium in Restaurierung, Bildhauerei oder Architektur sind weitere Wege. In der Denkmalpflege entstehen Rollen als Werkstattleiter, Bauleiter oder Sachverständiger.

Zukunft in Sachsen-Anhalt

Die Denkmäler des Landes brauchen dauerhaft Steinmetze: Dome, Kirchen, Rathäuser, Stadtmauern und Fachwerkstädte mit Natursteinsockeln werden in Programmen der Denkmalpflege Stück für Stück gesichert und restauriert. Dazu kommen Naturstein im Neubau, Fassaden, Böden und Treppen, Küchenarbeitsplatten und die Gestaltung öffentlicher Plätze. Die Grabmalkultur verändert sich mit mehr Urnengräbern und kleineren Steinen, doch die Nachfrage nach individueller Gestaltung bleibt.

Maschinen wie CNC-Fräsen und Wasserstrahlschneider übernehmen das Grobe, aber Aufmaß, Versetzen, Restaurieren und Gestalten bleiben Handarbeit vor Ort. Weil nur wenige Menschen dieses Handwerk lernen, sind Gesellen gefragt, und wer Restaurierung beherrscht, arbeitet an Objekten, die kein anderes Gewerk anfassen darf.

So bewerben Sie sich

Nennen Sie Ihre Ausbildung, Ihre Fachrichtung und Ihre Schwerpunkte: Grabmale, Bauarbeiten, Versetzen, Restaurierung, Schrift, Bildhauerei oder Maschinenbearbeitung. Fotos eigener Arbeiten sagen in diesem Gewerk mehr als jedes Zeugnis; fügen Sie eine kleine Auswahl bei. Nennen Sie Führerschein, Kranschein und Erfahrung mit Hebegeräten. Berufseinsteiger können Praktika, Zeichnungen und Modelle zeigen und erklären, warum sie mit Stein arbeiten wollen.

Klären Sie vor dem Gespräch, wie das Verhältnis von Werkstatt, Baustelle und Kundengespräch ist, ob Montage und Fahrzeiten bezahlt werden und wie im Winter gearbeitet wird. Fragen Sie nach Lohngruppe, Wochenstunden, Maschinenpark, Weiterbildung und Gesundheitsschutz beim Umgang mit Staub. Offene Steinmetzstellen in Sachsen-Anhalt finden Sie direkt unter diesem Artikel; die Bewerbung führt jeweils zum Betrieb.

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