Metallbau
Metallbauer formen tragfähige Konstruktionen und verbinden Werkstattarbeit, Montage und moderne Fertigungstechnik.
Warum dieses Handwerk
Metallbauer bauen das, was tragen und halten muss: Treppen, Geländer, Tore, Zäune, Stahlträger, Hallenrahmen, Fassadenteile, Schutzgitter und Sonderkonstruktionen. Konstruktionsmechaniker fertigen größere Stahlbauteile, Behälter und Anlagenteile. Schweißer verbinden Bauteile so, dass die Naht später Lasten, Druck und Wetter aushält. Was früher der Schlosser war, heißt heute Metallbauer mit Fachrichtung Konstruktionstechnik. Die Arbeit beginnt mit einer Zeichnung und endet mit einem Bauteil, das man anfassen kann: zuschneiden, biegen, bohren, schweißen, entgraten, beschichten und am Ende montieren.
Das Gewerk verbindet Handarbeit mit Maschinen. In der Werkstatt stehen Laser- und Plasmaschneider, Abkantpressen und CNC-Maschinen, auf der Baustelle zählen Aufmaß, Kran, Hebebühne und sauberes Anschrauben unter Zeitdruck. Wer gern Zusammenhänge sieht, genau arbeitet und ein Ergebnis am Ende des Tages sehen will, ist hier richtig. Kraft spielt eine kleinere Rolle als früher, weil Hebezeuge und Vorrichtungen die schweren Teile bewegen.
In Sachsen-Anhalt reicht das Spektrum vom Innungsbetrieb mit fünf Leuten bis zum Stahl- und Anlagenbauer, der für die Chemieparks in Leuna und Bitterfeld-Wolfen oder für den Maschinenbau in Magdeburg arbeitet. Auch Landtechnik, Bahn, Windkraft und Logistikhallen brauchen Metallbau.
Was man verdient
Für das Metall verarbeitende Handwerk in Sachsen-Anhalt gibt es einen eigenen Entgelttarifvertrag zwischen Fachverband und IG Metall. Im Tarifregister des Landes ist der Vertrag vom 30. März 2022 hinterlegt, dazu eine Entgelttabelle vom 5. Dezember 2024, die seit dem 1. März 2025 gilt und zum 31. Dezember 2025 kündbar war. Die Beträge je Entgeltgruppe stehen im Tarifauszug; wir übernehmen hier bewusst keine Zahl aus zweiter Hand, weil nach dem Kündigungstermin ein neuer Abschluss folgen kann. Prüfen Sie die aktuelle Tabelle direkt in der Quelle unten.
Wichtiger als eine einzelne Zahl ist die Systematik. Die Entgeltgruppen steigen mit Ausbildung, Aufgabe und Verantwortung: Helfer, Geselle, Geselle mit Zusatzqualifikation wie gültigen Schweißerprüfungen, Vorarbeiter, Meister. Montage außerhalb der Werkstatt, Auslösung, Überstunden und Zulagen für Schweißarbeiten verändern das Monatsergebnis deutlich. Ein Tarifvertrag gilt nur, wenn der Betrieb tarifgebunden ist oder der Arbeitsvertrag darauf verweist. Wer in der Industrie arbeitet, etwa in der Instandhaltung eines Chemiestandorts oder bei einem Maschinenbauer, fällt oft unter den Entgelttarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie Sachsen-Anhalt vom 22. November 2024, der ebenfalls im Tarifregister steht. Fragen Sie im Gespräch nach Entgeltgruppe, Wochenstunden, Zuschlägen, Urlaub und Sonderzahlungen; ein guter Betrieb erklärt das ohne Umschweife.
Ausbildung, Meister, Aufstieg
Der Einstieg ins Handwerk ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Metallbauer mit den Fachrichtungen Konstruktionstechnik, Metallgestaltung oder Nutzfahrzeugbau. Der Industrieberuf heißt Konstruktionsmechaniker und dauert ebenfalls dreieinhalb Jahre; die Prüfung legt man dort bei der IHK ab, im Handwerk bei der Handwerkskammer Halle oder Magdeburg. Gute Noten in Mathematik und Technik helfen, entscheidend sind räumliches Denken, Sorgfalt und die Bereitschaft, Sicherheitsregeln ernst zu nehmen. Schweißen lernt man in der Ausbildung; die Schweißerprüfungen nach Norm werden danach getrennt abgelegt und müssen regelmäßig erneuert werden.
Nach der Gesellenprüfung führen mehrere Wege nach oben. Schweißfachleute planen und überwachen Schweißarbeiten, Schweißwerkmeister leiten Fertigungen. Der Meisterbrief im Metallbauerhandwerk erlaubt Ausbildung, Betriebsführung und Selbstständigkeit; viele Inhaber in Sachsen-Anhalt suchen in den nächsten Jahren Nachfolger. Techniker für Metallbautechnik oder ein Studium im Maschinenbau sind weitere Stufen. Bauleitung, Kalkulation, Arbeitsvorbereitung und Qualitätssicherung sind Aufgaben, die auf Gesellen mit Erfahrung warten.
Zukunft in Sachsen-Anhalt
Die Chemieparks in Leuna, Bitterfeld-Wolfen und Schkopau werden ständig umgebaut, gewartet und erweitert; Rohrleitungen, Bühnen, Stahlbauten und Behälter entstehen dort in Handarbeit mit Zeichnung und Schweißgerät. Bei Wartungsstillständen brauchen die Standorte in kurzer Zeit viele geprüfte Schweißer und Monteure. Der Maschinenbau im Raum Magdeburg, die Landtechnik in der Börde und der Altmark, Logistikhallen an den Autobahnen und der Bahnsektor kommen dazu.
Neue Werkzeuge ändern die Werkstatt, nicht den Bedarf. Laserschneiden, CNC-Biegen und Schweißroboter übernehmen Serienarbeit, doch jedes Tor, jede Treppe und jede Anlage muss aufgemessen, angepasst und vor Ort montiert werden. Diese Arbeit bleibt in der Region, und sie wird knapper, weil viele erfahrene Gesellen in den kommenden Jahren in Rente gehen.
So bewerben Sie sich
Nennen Sie Ihre Ausbildung, die Schweißverfahren, die Sie beherrschen (etwa MAG, WIG, E-Hand), und ob Ihre Schweißerprüfungen gültig sind. Hilfreich sind Angaben zu Zeichnungslesen, CNC-Erfahrung, Kran- oder Staplerschein, Führerschein und Höhentauglichkeit. Beispiele überzeugen: Welche Konstruktionen haben Sie gebaut, welche Anlagen montiert? Berufseinsteiger nennen Praktika, Schulprojekte und den Grund, warum sie mit Metall arbeiten wollen.
Klären Sie vor dem Gespräch, wie hoch der Montageanteil ist, ob Auslösung und Fahrzeit bezahlt werden, ob Schichtarbeit anfällt und nach welcher Entgeltgruppe bezahlt wird. Fragen Sie nach Einarbeitung, Schutzausrüstung, Weiterbildung zu Schweißprüfungen und Aufstiegsmöglichkeiten. Offene Metallbaustellen in Sachsen-Anhalt finden Sie direkt unter diesem Artikel; die Bewerbung führt ohne Umweg zum Betrieb.