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Maurer und Betonbau

Maurer und Betonbauer geben Bauwerken Form, Stabilität und eine Grundlage, die über Jahrzehnte trägt.

Warum dieses Handwerk

Maurer und Betonbauer bauen das, worauf alles andere aufsetzt. Maurer setzen Fundamente, mauern Wände aus Ziegel, Kalksandstein oder Porenbeton, bauen Schornsteine, Bögen und Sichtmauerwerk, verputzen und sanieren Bestand. Beton- und Stahlbetonbauer stellen Schalungen her, verlegen Bewehrung und betonieren Fundamente, Decken, Stützen, Brücken und Behälter. Beide Berufe arbeiten am Rohbau, also dort, wo aus Zeichnung und Erdgrube ein Gebäude wird.

Die Arbeit ist konkret und messbar: Am Abend steht mehr als am Morgen, und die Qualität lässt sich mit Wasserwaage, Maßband und Schnur prüfen. Zugleich verlangt der Beruf Verständnis für Statik, Baustoffe und Feuchteschutz. Wer im Bestand arbeitet, muss alte Konstruktionen einschätzen und Lösungen finden, die nicht im Plan stehen. Auf der Baustelle zählt Teamarbeit mit Kran, Bagger, Polier und anderen Gewerken.

In Sachsen-Anhalt reicht das Spektrum vom kleinen Maurerbetrieb, der Einfamilienhäuser und Sanierungen übernimmt, bis zu Bauunternehmen, die Industriehallen, Wohnblöcke oder Ingenieurbauwerke errichten. Der Baugewerbe-Verband Sachsen-Anhalt und der Bauindustrieverband Ost vertreten die Betriebe, die Innungen sind in den Kreishandwerkerschaften organisiert.

Was man verdient

Für Maurer und Betonbauer gilt der Lohntarifvertrag des Baugewerbes. Seit dem 1. April 2026 sind die Ostlöhne vollständig an das Westniveau angeglichen. Der Gesamttarifstundenlohn der Lohngruppe 4 (Ecklohn) beträgt 26,05 Euro; Regelqualifikation ist die abgeschlossene dreijährige Ausbildung. Facharbeiter der Lohngruppe 3, zum Beispiel nach zweijähriger Ausbildung zum Hochbaufacharbeiter, erhalten 23,97 Euro, Baumaschinenführer 26,45 Euro, Vorarbeiter 27,29 Euro und Werkpoliere 29,72 Euro. Werker ohne Ausbildung beginnen bei 15,86 Euro, Fachwerker bei 18,73 Euro. Bei 40 Wochenstunden (173,3 Stunden im Monat) entspricht der Ecklohn rechnerisch rund 4.500 Euro brutto im Monat, der Werkpolier rund 5.150 Euro.

Der Bautarif sieht 30 Urlaubstage, 25 Prozent Urlaubsgeld und ein 13. Monatseinkommen vor; Urlaub und Zusatzrente laufen über die Sozialkasse des Baugewerbes (SOKA-BAU). Die Tabelle gilt in tarifgebundenen Betrieben oder wenn der Arbeitsvertrag darauf verweist. Montageeinsätze, Auslösung, Schichtarbeit und Verantwortung verändern den Verdienst. Fragen Sie deshalb nach Lohngruppe, Wochenstunden, Fahrzeitvergütung und Sonderzahlungen.

Ausbildung, Meister, Aufstieg

Beide Berufe werden in der Stufenausbildung des Baugewerbes gelernt: Nach zwei Jahren folgt die Prüfung zum Hochbaufacharbeiter mit Schwerpunkt Maurer- oder Beton- und Stahlbetonarbeiten, nach dem dritten Jahr die Gesellenprüfung zum Maurer oder zum Beton- und Stahlbetonbauer. Die Ausbildungsvergütung ist seit dem 1. April 2026 bundesweit einheitlich: 1.122 Euro im ersten, 1.351 Euro im zweiten und 1.610 Euro im dritten Jahr. Gefragt sind Mathematik, räumliches Denken, Belastbarkeit und die Bereitschaft, sauber nach Plan zu arbeiten.

Danach gibt es klare Stufen: Vorarbeiter, geprüfter Polier, Werkpolier. Der Meisterbrief im Maurer- und Betonbauerhandwerk berechtigt zur Ausbildung, zur Bauleitung und zur Betriebsführung. Wer weiter will, wird Bautechniker oder studiert Bauingenieurwesen; für die Denkmalpflege gibt es die Fortbildung zum Restaurator im Maurerhandwerk. Weil viele Inhaber in Sachsen-Anhalt in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen, ist die Betriebsübernahme ein realistischer Weg.

Zukunft in Sachsen-Anhalt

Der Wohnungsbestand des Landes ist alt und oft sanierungsbedürftig: Gründerzeithäuser in Halle und Magdeburg, Plattenbauten in Halle-Neustadt, Dessau oder Wolfen, Fachwerk und Backstein in Harz und Altmark. Sanieren heißt hier Fundamente trockenlegen, Mauerwerk ertüchtigen, Decken erneuern, Anbauten und Aufzüge ergänzen. Diese Arbeit ist kleinteilig, verlangt Erfahrung und bleibt auf Jahre hinaus bestehen.

Gleichzeitig baut das Land neu: Logistik- und Industrieflächen entlang der Autobahnen, Umspannwerke, Fundamente für Windkraftanlagen, Kläranlagen, Schulen und Kitas. Betonbauer sind bei Brückensanierungen und Ingenieurbauwerken gefragt, Maurer bei Wohnungsbau und Denkmalpflege, etwa an der Backsteingotik in Stendal und Tangermünde oder den Welterbestätten in Quedlinburg und Dessau. Die Handwerkskammern und Bauverbände melden seit Jahren mehr offene Stellen als Bewerber; wer eine Bauausbildung abschließt, hat im Land die Wahl.

So bewerben Sie sich

Nennen Sie Ausbildung, Berufsjahre, Führerscheine und Ihre Schwerpunkte: Rohbau, Sanierung, Sichtmauerwerk, Schalungsbau, Bewehrung, Ingenieurbau oder Baumaschinen. Beschreiben Sie zwei Baustellen und Ihre Rolle dort. Einsteiger nennen Praktika, handwerkliche Erfahrung und ihre Motivation für den Bau.

Klären Sie im Gespräch Einsatzgebiet, Montage und Auslösung, Arbeitszeit im Winter, Arbeitskleidung, Werkzeug und die Lohngruppe. Fragen Sie, wie der Betrieb Fortbildung zum Polier oder Meister unterstützt. Offene Stellen für Maurer und Betonbauer in Sachsen-Anhalt stehen direkt unter diesem Artikel; die Bewerbung führt ohne Umweg zum Betrieb.

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