Maler und Lackierer
Maler, Lackierer und Stuckateure schützen Oberflächen und prägen sichtbar, wie Räume und Fassaden wirken.
Warum dieses Handwerk
Maler und Lackierer sind die Letzten auf der Baustelle und die Ersten, die man sieht. Sie bereiten Untergründe vor, spachteln, tapezieren, streichen, lackieren und beschichten Wände, Decken, Fassaden, Fenster, Türen, Stahl und Beton. Sie dämmen Fassaden mit Wärmedämmverbundsystemen, schützen Holz und Metall vor Wetter und Rost und gestalten Räume mit Farbe, Putz und Techniken wie Lasur oder Spachteltechnik. Stuckateure ergänzen das Gewerk mit Putz, Stuck, Trockenbau und Fassadensanierung.
Der Beruf ist sichtbarer als fast jedes andere Handwerk: Ein sauber gestrichenes Treppenhaus oder eine neu gedämmte Fassade verändern ein Gebäude sofort. Zugleich steckt viel Technik dahinter. Untergründe müssen geprüft, Feuchte und Salze erkannt, Materialien richtig kombiniert werden, sonst blättert die Arbeit nach einem Winter ab. Wer Farben und Oberflächen mag, sauber arbeitet und gern beim Kunden ist, findet hier eine abwechslungsreiche Aufgabe zwischen Neubau, Sanierung, Denkmal und Industrie.
In Sachsen-Anhalt sind die Betriebe im Landesinnungsverband des Maler- und Lackiererhandwerks und in den Innungen der Kreishandwerkerschaften organisiert. Die meisten sind kleine und mittlere Handwerksbetriebe mit festem Kundenstamm aus Wohnungsgesellschaften, Kommunen, Kirchen und Privatleuten.
Was man verdient
Für das Maler- und Lackiererhandwerk gilt ein bundesweiter Lohntarifvertrag zwischen dem Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz und der IG BAU. Für das Tarifgebiet Ost einschließlich Berlin ist eine schrittweise Angleichung an den Westen vereinbart: Der Ecklohn liegt seit dem 1. Januar 2026 bei 19,40 Euro je Stunde, steigt zum 1. Juli 2026 auf 19,70 Euro und zum 1. Januar 2027 auf 20,00 Euro, dann gilt erstmals ein einheitlicher Lohn in Ost und West. Die Lohngruppen sind als Anteile des Ecklohns angelegt: Gesellen erhalten nach der Prüfung 90 Prozent, nach einem Jahr 95 Prozent und nach zwei Jahren den vollen Ecklohn; Ungelernte liegen je nach Betriebs- und Gewerbezugehörigkeit zwischen 60 und 85 Prozent. Bei 40 Wochenstunden (173,3 Stunden im Monat) entspricht der volle Ecklohn ab Juli 2026 rechnerisch rund 3.400 Euro brutto im Monat.
Unabhängig von der Tarifbindung gilt der allgemeinverbindliche Branchenmindestlohn für Gesellen: 16,13 Euro je Stunde seit dem 1. Juli 2026. Nach Tarif kommen 25 bis 30 Urlaubstage, 15 Prozent Urlaubsgeld und ein Weihnachtsgeld in Höhe von 70 Ecklöhnen hinzu. Stuckateure fallen unter den Bautarif; dort erhalten Gesellen für Stuck-, Putz- und Trockenbauarbeiten seit dem 1. April 2026 einen Gesamttarifstundenlohn von 26,84 Euro. Ob die Tabelle für eine Stelle gilt, hängt von der Tarifbindung des Betriebs ab. Fragen Sie nach Lohngruppe, Stundenlohn, Fahrzeiten, Zulagen für Gerüst- oder Spritzarbeiten und Sonderzahlungen.
Ausbildung, Meister, Aufstieg
Die Ausbildung zum Maler und Lackierer dauert drei Jahre und hat mehrere Fachrichtungen, darunter Gestaltung und Instandhaltung, Ausbautechnik und Oberflächengestaltung, Energieeffizienz- und Gestaltungstechnik, Bauten- und Korrosionsschutz sowie Kirchenmalerei und Denkmalpflege. Die tarifliche Ausbildungsvergütung im Osten beträgt seit dem 1. August 2025 850, 935 und 1.100 Euro; ab dem 1. August 2026 sind es 900 Euro im ersten, 985 Euro im zweiten und 1.150 Euro im dritten Jahr. Hilfreich sind Farbgefühl, Sorgfalt, körperliche Fitness und Freude am Umgang mit Kunden.
Nach der Gesellenprüfung führen Fortbildungen zu Wärmedämmung, Betoninstandsetzung, Korrosionsschutz, Schimmelsanierung, Bodenbeschichtung oder Restaurierung. Der Meisterbrief berechtigt zur Ausbildung, zur Bauleitung und zur Führung eines eigenen Betriebs; viele Inhaber in Sachsen-Anhalt suchen Nachfolger. Alternativen sind der Gestalter im Handwerk, der Gestalter für Farbtechnik und Raumgestaltung, der Restaurator im Malerhandwerk oder ein Studium.
Zukunft in Sachsen-Anhalt
Die Sanierung des Gebäudebestands ist die größte Aufgabe der kommenden Jahre, und sie endet fast immer beim Maler. Fassaden von Plattenbauten und Gründerzeithäusern werden gedämmt und neu beschichtet, Treppenhäuser, Schulen und Verwaltungsgebäude renoviert, Fenster und Holzbauteile geschützt. Dazu kommt die Instandhaltung in Chemie- und Industriestandorten wie Leuna, Schkopau oder Bitterfeld-Wolfen, wo Korrosionsschutz an Stahl und Beton laufend gebraucht wird.
Die Denkmalpflege gibt dem Gewerk ein zweites Standbein. Kirchen, Schlösser, Fachwerkhäuser in Quedlinburg und Wernigerode oder die Bauhausbauten in Dessau verlangen Kalkputze, Silikatfarben, Vergoldung und Fassungen, die nur ausgebildete Fachleute ausführen dürfen. Diese Arbeiten sind regional gebunden und können weder importiert noch automatisiert werden. Gleichzeitig fehlen den Betrieben Fachkräfte, deshalb steigen die Löhne im Osten derzeit schneller als im Westen.
So bewerben Sie sich
Nennen Sie Ausbildung, Berufsjahre, Führerschein und Ihre Schwerpunkte: Innenarbeiten, Fassade, Wärmedämmung, Lackierarbeiten, Korrosionsschutz, Bodenbeschichtung oder Denkmalpflege. Fotos von eigenen Arbeiten helfen, auch Einsteigern. Wenn Sie Gerüsterfahrung, Spritztechnik oder Erfahrung mit bestimmten Materialsystemen haben, schreiben Sie es dazu.
Klären Sie im Gespräch das Einsatzgebiet, die Regelung bei Winterausfall, Fahrzeiten, Arbeitskleidung, Werkzeug und die Lohngruppe. Fragen Sie, wie der Betrieb Fortbildungen unterstützt und ob er tarifgebunden ist. Offene Maler- und Lackiererstellen in Sachsen-Anhalt finden Sie direkt unter diesem Artikel; die Bewerbung führt ohne Umweg zum Betrieb.