Gebäudereinigung
Gebäudereiniger und Schornsteinfeger sichern Hygiene, Werterhalt und Betriebssicherheit in Gebäuden der ganzen Region.
Warum dieses Handwerk
Krankenhäuser, Schulen, Büros, Produktionshallen und Bahnhöfe funktionieren nur, wenn sie sauber und sicher sind. Gebäudereiniger sorgen dafür: Unterhaltsreinigung, Glas- und Fassadenreinigung, Reinigung von Industrieanlagen und Reinräumen, Desinfektion in Kliniken, Bauendreinigung und die Pflege von Böden und Oberflächen. Das Handwerk arbeitet mit Maschinen, Chemie und Verfahren, die man lernen muss, damit Materialien erhalten bleiben und Hygienevorschriften eingehalten werden. Schornsteinfeger prüfen, messen und reinigen Feuerstätten, Abgasanlagen und Lüftungen, nehmen neue Heizungen ab und beraten zu Brandschutz und Energie. Ohne ihre Abnahme darf keine Feuerstätte in Betrieb gehen.
Beide Berufe sind Verantwortungsberufe mit direktem Kundenkontakt. Gebäudereiniger organisieren Objekte, führen Teams und tragen Verantwortung für Hygiene in sensiblen Bereichen. Schornsteinfeger sind hoheitlich tätig und sorgen dafür, dass Heizungen sicher und sauber laufen. Wer gern selbstständig arbeitet, sich auf Menschen einstellen kann und sichtbare Ergebnisse mag, findet in beiden Gewerken einen sicheren Beruf.
In Sachsen-Anhalt gehören dazu Gebäudedienstleister für Kliniken, Verwaltungen, Wohnungsgesellschaften, Logistikzentren und die Chemieparks sowie Schornsteinfegerbetriebe, die in festen Kehrbezirken im ganzen Land unterwegs sind.
Was man verdient
Für die Gebäudereinigung gilt ein bundesweiter Lohntarifvertrag zwischen dem Bundesinnungsverband und der IG BAU, der seit dem 1. Januar 2025 läuft und bis Ende 2026 gilt. Seit dem 1. Januar 2026 reicht die Tabelle von 15,00 Euro je Stunde in Lohngruppe 1 bis 21,64 Euro in Lohngruppe 9; die Glas- und Fassadenreinigung in Lohngruppe 6 liegt bei 18,40 Euro, die Gruppen 7 und 8 bei 19,39 und 20,42 Euro. Die Stundenlöhne der Gruppen 1 und 6 sind zugleich Branchenmindestlöhne und gelten damit für alle Betriebe der Branche; die übrigen Gruppen setzen Tarifbindung voraus. Welche Gruppe passt, regelt der Rahmentarifvertrag nach Tätigkeit, Ausbildung und Verantwortung: Gesellen mit Abschluss, Vorarbeiter und Objektleiter stehen in den oberen Gruppen. Die tarifliche Ausbildungsvergütung beträgt seit Januar 2025 1.000, 1.150 und 1.300 Euro in den drei Ausbildungsjahren.
Im Schornsteinfegerhandwerk gilt ein Bundestarifvertrag zwischen Zentralinnungsverband und Zentralverband Deutscher Schornsteinfeger für die Zeit vom 1. Mai 2025 bis mindestens 30. April 2027. Der Stundenlohn beträgt außerhalb Baden-Württembergs 20,19 Euro für Gesellen, 23,20 Euro nach fünf Jahren Berufspraxis und 24,19 Euro mit Meisterprüfung oder nach zehn Jahren mit nachgewiesener Weiterbildung; wer als Vertreter für die Feuerstättenschau bestellt ist, erhält 10 Prozent Zuschlag. Die Regelarbeitszeit liegt bei 38,5 Stunden. Nach der Formel des Tarifvertrags ergeben sich für Gesellen rechnerisch rund 3.380 Euro brutto im Monat. Die Ausbildungsvergütung regelt ein eigener Tarifvertrag ab 2026, den wir unten verlinken.
Ausbildung, Meister, Aufstieg
Die Ausbildung zum Gebäudereiniger dauert drei Jahre und umfasst Reinigungsverfahren, Werkstoffkunde, Chemie, Hygiene, Maschinen und Arbeitsorganisation. Viele Beschäftigte steigen ohne Ausbildung ein; der Gesellenbrief ist aber der Schlüssel zu den höheren Lohngruppen und zur Objektleitung. Der Meisterbrief im Gebäudereiniger-Handwerk führt zu Niederlassungs- und Betriebsleitung, Ausbildung und Selbstständigkeit; Fachwirt für Reinigungs- und Hygienemanagement, Desinfektor und Techniker sind weitere Stufen.
Die Ausbildung zum Schornsteinfeger dauert ebenfalls drei Jahre und verbindet Messtechnik, Feuerungs- und Lüftungstechnik, Bauordnungsrecht und Energieberatung. Nach der Gesellenprüfung folgen Weiterbildungen etwa zum Gebäudeenergieberater; der Tarif belohnt Berufsjahre und nachgewiesene Fortbildung mit höheren Stufen. Mit Meisterbrief kann man sich um einen Kehrbezirk bewerben und als bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger hoheitliche Aufgaben übernehmen. Beide Gewerke werden von den Handwerkskammern Halle und Magdeburg mit den Innungen vor Ort betreut.
Zukunft in Sachsen-Anhalt
Hygiene ist seit den Pandemiejahren ein festes Thema in Kliniken, Pflegeheimen, Schulen und Verwaltungen, und diese Gebäude stehen überall im Land. Industriestandorte wie die Chemieparks, Logistikzentren an den Autobahnen und Rechenzentren brauchen Spezialreinigung mit Verfahren, die nur ausgebildete Kräfte beherrschen. Gebäudedienstleister suchen deshalb Gesellen, Vorarbeiter und Objektleiter, die Teams führen und Qualität sichern können.
Für Schornsteinfeger bringt die Wärmewende neue Aufgaben: Wärmepumpen, Hybridheizungen, Holzfeuerungen mit Grenzwerten, Lüftungsanlagen und Energieberatung für Sanierungen. Jede neue Feuerstätte muss vor Ort abgenommen und regelmäßig geprüft werden; jeder Kehrbezirk in Sachsen-Anhalt braucht dafür Fachkräfte und in den nächsten Jahren Nachfolger für Bezirksinhaber, die in Rente gehen.
So bewerben Sie sich
Gebäudereiniger nennen ihre Ausbildung oder Erfahrung, die Objektarten (Klinik, Büro, Industrie, Glas und Fassade), Maschinen- und Chemiekenntnisse, Führerschein und ob sie schon Teams geführt haben. Schornsteinfeger nennen Gesellen- oder Meisterbrief, Messgeräte und Verfahren, Zusatzqualifikationen wie Energieberatung sowie Führerschein und Höhentauglichkeit. Beispiele überzeugen: Welche Objekte haben Sie betreut, welche Anlagen abgenommen? Berufseinsteiger nennen Praktika und ihre Motivation.
Klären Sie vor dem Gespräch die Arbeitszeiten, die Objekte und Wege, ob Fahrzeiten bezahlt werden und nach welcher Lohngruppe oder Tarifstufe vergütet wird. Fragen Sie nach Einarbeitung, Arbeitskleidung, Fahrzeug, Weiterbildung und Aufstiegsmöglichkeiten. Offene Stellen für Gebäudereiniger und Schornsteinfeger in Sachsen-Anhalt finden Sie direkt unter diesem Artikel; die Bewerbung führt jeweils zum Betrieb.