Garten- und Landschaftsbau
Landschaftsgärtner gestalten lebendige Außenräume und verbinden Natur, Technik und sichtbare Ergebnisse.
Warum dieses Handwerk
Landschaftsgärtner bauen die Außenwelt, in der Menschen leben: Hausgärten, Terrassen, Höfe, Spielplätze, Schulhöfe, Parks, Friedhöfe, Sportplätze, Straßenbegleitgrün und Dachgärten. Sie pflastern Wege, setzen Mauern und Treppen, bauen Teiche, verlegen Drainagen und Bewässerung, pflanzen Bäume, Hecken und Stauden und legen Rasen an. Danach kommt die Pflege, damit aus einer Baustelle ein Garten wird. Das Ergebnis ist am Abend sichtbar und wächst über Jahre weiter.
Das Gewerk verbindet Natur mit Technik. Pflanzenkenntnis und Bodenkunde gehören genauso dazu wie Vermessung, Bagger, Radlader, Rüttelplatte und Zeichnungslesen. Wer gern draußen arbeitet, anpacken kann und trotzdem genau plant, findet hier eine Aufgabe mit Abwechslung: Im Frühjahr wird gepflanzt, im Sommer gebaut und bewässert, im Herbst gepflanzt und aufgeräumt, im Winter geplant und mit Holz und Stein gearbeitet.
In Sachsen-Anhalt reicht das Spektrum vom kleinen Familienbetrieb für Privatgärten bis zum Unternehmen, das Außenanlagen für Kommunen, Wohnungsgesellschaften, Gewerbeparks und Industriestandorte baut. Das Gartenreich Dessau-Wörlitz, die Parks in Magdeburg und Halle und viele Kurorte zeigen, welche Rolle gestaltete Landschaft im Land hat.
Was man verdient
Der Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau hat einen bundesweit einheitlichen Lohntarifvertrag zwischen dem Bundesverband und der IG BAU, der auch in Sachsen-Anhalt gilt. Die aktuelle Fassung läuft seit dem 1. Juli 2025 und ist erstmals zum 30. Juni 2027 kündbar. Nach dem Tarifdaten-Auszug steigen die Stundenlöhne zum 1. Juli 2026: Maschinisten und Fahrer der Lohngruppe 5.1 verdienen dann 20,91 Euro je Stunde (vorher 20,24 Euro), Baustellenleiter mit Meisterbrief in Lohngruppe 1 27,23 Euro (vorher 26,36 Euro), Baumpfleger mit Seilklettertechnik in Lohngruppe 8.4 18,65 Euro (vorher 18,05 Euro). Die Regelarbeitszeit beträgt 39 Stunden je Woche, der Urlaub 30 Arbeitstage, dazu kommen zusätzliches Urlaubsgeld und eine Sonderzuwendung von je 0,31 Euro je geleisteter Arbeitsstunde. Technische Angestellte mit Meister- oder Technikerprüfung erhalten in der Eckgruppe T3 ab Juli 2026 3.998,94 Euro brutto im Monat im ersten Jahr.
Der Tarif kennt acht Lohngruppen; die Gruppe für Landschaftsgärtner mit Gesellenbrief liegt zwischen den genannten Werten und hängt von Aufgabe und Erfahrung ab. Diese Zahlen sind eine Tariforientierung: Sie gelten nur, wenn der Betrieb tarifgebunden ist oder der Arbeitsvertrag auf den Tarif verweist. Fragen Sie deshalb nach Lohngruppe, Wochenstunden, Schlechtwetterregelung, Fahrzeiten und Sonderzahlungen; ein guter Betrieb kann sein Angebot erklären.
Ausbildung, Meister, Aufstieg
Der Einstieg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Gärtner mit der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau. Nach dem Tarifvertrag beträgt die Ausbildungsvergütung ab dem 1. Juli 2026 1.140 Euro im ersten, 1.270 Euro im zweiten und 1.390 Euro im dritten Ausbildungsjahr (bis dahin 1.100, 1.220 und 1.340 Euro). Die Ausbildung findet im Betrieb, in der Berufsschule und in überbetrieblichen Lehrgängen statt. Wichtig sind Freude an körperlicher Arbeit im Freien, Teamfähigkeit und die Bereitschaft, Pflanzen und Baustoffe wirklich kennenzulernen.
Nach der Gesellenprüfung führen Fortbildungen zum Baumpfleger, zur Fachkraft für Bewässerung, Natursteinarbeiten oder Dachbegrünung. Der Meister im Garten- und Landschaftsbau öffnet den Weg zur Bauleitung, Kalkulation, Ausbildung und zum eigenen Betrieb; der Tarif ordnet Meister als Baustellenleiter in die höchste Lohngruppe ein. Techniker für Gartenbau, ein Studium der Landschaftsarchitektur oder des Landschaftsbaus sind weitere Stufen. Vorarbeiter, Polier, Bauleiter und Betriebsleiter sind Rollen, die im Gewerk regelmäßig aus der eigenen Mannschaft besetzt werden.
Zukunft in Sachsen-Anhalt
Städte und Gemeinden in Sachsen-Anhalt müssen mit Hitze, Starkregen und Trockenheit umgehen. Das bedeutet Bäume auf Plätzen, entsiegelte Höfe, Versickerungsmulden, Regenrückhalt und begrünte Dächer, und all das wird von Landschaftsgärtnern gebaut. Wohnungsgesellschaften erneuern ihre Freiflächen, Schulen und Kitas brauchen Außenanlagen, Gewerbegebiete an den Autobahnen und Industriestandorte wie die Chemieparks müssen Grünflächen anlegen und pflegen. Auch Sportplätze, Radwege und Friedhöfe bleiben Daueraufgaben.
Diese Arbeit findet vor Ort statt und lässt sich nicht verlagern. Maschinen werden größer und genauer, Planung läuft digital, doch pflanzen, pflastern und setzen bleibt Handarbeit mit Verstand. Der Bedarf an Fachkräften wächst mit jedem Klimaanpassungsprogramm, und viele Betriebe im Land suchen heute schon Gesellen und Vorarbeiter.
So bewerben Sie sich
Nennen Sie Ihre Ausbildung, Ihre Schwerpunkte (Pflasterarbeiten, Naturstein, Pflanzung, Pflege, Bewässerung, Baumpflege) und Ihre Maschinenkenntnisse: Bagger, Radlader, Motorsäge, Führerschein mit Anhänger. Beispiele wirken: Welche Anlagen haben Sie gebaut oder gepflegt, für welche Auftraggeber? Berufseinsteiger nennen Praktika, eigene Gartenprojekte und den Grund, warum sie draußen arbeiten wollen.
Klären Sie vor dem Gespräch das Einsatzgebiet, die Saisonarbeitszeiten, die Winterregelung und ob Fahrzeiten zur Baustelle bezahlt werden. Fragen Sie nach Lohngruppe, Wochenstunden, Arbeitskleidung, Maschinenpark und Weiterbildung. Offene GaLaBau-Stellen in Sachsen-Anhalt finden Sie direkt unter diesem Artikel; die Bewerbung führt ohne Umweg zum Betrieb.