Friseur und Kosmetik
Friseure und Kosmetiker verbinden handwerkliches Können mit Beratung und erleben die Wirkung ihrer Arbeit unmittelbar.
Warum dieses Handwerk
Friseure beraten, waschen, schneiden, färben, pflegen und formen Haare, arbeiten Verlängerungen ein und gestalten Bärte, Augenbrauen und Wimpern. Kosmetiker pflegen Haut, Hände und Füße, beraten bei Hautproblemen und schminken für den Alltag oder besondere Anlässe. Gemeinsam ist beiden Berufen, dass die Wirkung sofort zu sehen ist: Der Kunde steht auf, schaut in den Spiegel und weiß, ob die Arbeit gut war.
Das Handwerk verlangt saubere Technik und ein gutes Auge, aber genauso Gespür für Menschen. Viele Kunden kommen über Jahre in denselben Salon, weil sie dort verstanden werden. Wer gern mit Menschen arbeitet, Trends beobachtet und ein eigenes Gefühl für Form und Farbe hat, findet hier einen Beruf, der jeden Tag anders ist. Farbchemie, Hautlehre, Produktkunde und Hygiene gehören ebenso dazu wie Terminplanung und Verkauf.
In Sachsen-Anhalt reicht das Spektrum vom Ein-Personen-Salon im Dorf über Innungsbetriebe mit mehreren Stühlen bis zu Ketten in Einkaufszentren. Kosmetik findet zusätzlich in Praxen, Hotels, Kur- und Wellnessbetrieben statt. Der Beruf ist damit nah am Wohnort ausübbar und lässt sich oft flexibel in Teilzeit gestalten.
Was man verdient
Das Friseurhandwerk ist beim Entgelt regional sehr unterschiedlich geregelt. Für Sachsen-Anhalt konnten wir keine aktuelle, öffentlich einsehbare Tariftabelle finden; das Tarifregister des Landes stellt Auszüge auf Anfrage bereit. Für das Nachbarland Sachsen stellt die Handwerkskammer Dresden fest, dass es dort keinen tariflichen Mindestlohn im Friseurhandwerk gibt (Stand Oktober 2025). Ob ein Tarif für einen konkreten Salon gilt, hängt von der Innungsmitgliedschaft und vom Arbeitsvertrag ab.
Belegbar ist die gesetzliche Untergrenze. Der Mindestlohn beträgt seit dem 1. Januar 2026 13,90 Euro brutto je Stunde, für 2027 sind 14,60 Euro vorgesehen. Bei einer 40-Stunden-Woche entspricht das rund 2.400 Euro brutto im Monat. Die Minijobgrenze liegt 2026 bei 603 Euro. Wer 2026 eine Ausbildung beginnt, bekommt mindestens 724 Euro im ersten, 854 Euro im zweiten und 977 Euro im dritten Ausbildungsjahr. Diese Mindestwerte gelten für alle Betriebe.
Über dem Mindestlohn entscheiden Umsatzbeteiligung, Trinkgeld, Zusatzqualifikationen und die Lage des Salons. Viele Betriebe zahlen Provision auf Dienstleistungen oder Produktverkauf. Das Trinkgeld ist für Beschäftigte steuerfrei und kann bei einem gut laufenden Stuhl spürbar sein. Fragen Sie deshalb nach Grundlohn, Provisionsmodell, Wochenstunden, Samstagsregelung und bezahlten Schulungen, nicht nur nach einem Monatsbetrag.
Ausbildung, Meister, Aufstieg
Friseur und Kosmetiker sind jeweils dreijährige duale Ausbildungsberufe. Im Salon lernt man am Kunden, in der Berufsschule Fachtheorie, Chemie, Hautlehre und Betriebswirtschaft. Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben. Wichtiger sind Freundlichkeit, Geduld, Sauberkeit, Belastbarkeit im Stehen und die Bereitschaft, sich Kritik am eigenen Schnitt anzuhören und daraus zu lernen.
Nach der Gesellenprüfung folgen Spezialisierungen: Colorist, Barbier, Hochsteckfrisuren, Haarverlängerung, Make-up, Fußpflege, apparative Kosmetik. Der Friseurmeister ist die Voraussetzung, um selbst auszubilden und einen Salon zu führen; Friseur ist ein zulassungspflichtiges Handwerk, deshalb ist der Meisterbrief für die Selbstständigkeit der Regelfall. Kosmetik ist zulassungsfrei, ein Meister ist möglich und wird für Ausbildung und Betriebsführung geschätzt. Weitere Wege sind Salonleitung, Ausbilder in Berufsschulen und Fachschulen, Trainer bei Herstellern oder der Betriebswirt im Handwerk.
Zukunft in Sachsen-Anhalt
Haare wachsen, Haut altert, und niemand lässt sich aus der Ferne die Haare schneiden. Das Handwerk ist deshalb stabil und ortsgebunden. Zugleich ist der Nachwuchsmangel spürbar: Viele Salons suchen Gesellen, und viele Inhaber der Generation, die nach 1990 gegründet hat, erreichen das Rentenalter. Wer Meister ist, findet in Sachsen-Anhalt Salons mit Kundschaft und Einrichtung, die übernommen werden können.
Die Anforderungen verschieben sich. Kunden buchen online, erwarten Beratung zu Haarpflege und Hautgesundheit und zahlen für Qualität, die sie im Discount-Salon nicht bekommen. Barbershops, Farbspezialisten und Kosmetik mit medizinischem Bezug wachsen. Das eröffnet Fachkräften mit guter Ausbildung Spielraum bei Auswahl des Betriebs und beim Entgelt. Die Handwerkskammer Halle zählt in ihrem Bezirk 12.755 Betriebe mit rund 58.000 Beschäftigten; Friseure und Kosmetiker sind darin ein großer Teil der personenbezogenen Dienstleistungen.
So bewerben Sie sich
Nennen Sie Ausbildung, bisherige Salons und Ihre Stärken: Damen- oder Herrenschnitt, Farbe, Hochstecken, Bart, Kosmetik, Nageldesign, Make-up. Fotos eigener Arbeiten sagen mehr als jedes Anschreiben, etwa als Link oder kurze Mappe. Nennen Sie, welche Marken und Techniken Sie kennen und ob Sie bereits Kundenstamm, Terminplanung oder Kasse verantwortet haben. Berufseinsteiger können Praktika, Schulprojekte und ihre Motivation beschreiben.
Klären Sie vor der Zusage Grundlohn, Provisionsmodell, Wochenstunden, Samstage, Urlaub und ob Schulungen bezahlt werden. Fragen Sie, wie der Salon neue Kunden zuteilt und wie die Einarbeitung aussieht. Offene Stellen für Friseure und Kosmetiker in Sachsen-Anhalt finden Sie direkt unter diesem Artikel; die Bewerbung führt jeweils zum Betrieb.