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Dachdecker

Dachdecker schützen Gebäude, verbinden präzises Arbeiten mit sichtbaren Ergebnissen und werden in Sachsen-Anhalt vielerorts gesucht.

Warum dieses Handwerk

Ein Dach entscheidet darüber, ob ein Haus trocken bleibt, Wärme hält und Jahrzehnte übersteht. Dachdecker decken Steildächer mit Ziegeln, Schiefer oder Blech, dichten Flachdächer ab, bauen Dämmung, Dachfenster, Gauben und Regenrinnen ein und bekleiden Fassaden. Dazu kommen Abdichtungen an Balkonen, Terrassen und Kellern sowie die Unterkonstruktion für Solaranlagen. Das Ergebnis der Arbeit ist von der Straße aus sichtbar, und ein gut gedecktes Dach hält länger als ein Berufsleben.

Die Arbeit findet draußen, in der Höhe und im Team statt. Man braucht Trittsicherheit, Sorgfalt beim Sichern und ein Auge für Linien, Anschlüsse und Details, denn Wasser findet jeden Fehler. Gleichzeitig ist der Beruf technischer geworden: Dampfbremsen, Dämmstärken, Lüftungsebenen und Anschlüsse an Photovoltaik müssen zum Gebäude passen und werden nach Regelwerk ausgeführt.

In Sachsen-Anhalt sind Dachdeckerbetriebe meist familiengeführte Handwerksbetriebe mit wenigen bis einigen Dutzend Beschäftigten, organisiert in Innungen und im Landesinnungsverband. Der Weg zur Baustelle ist kurz, die Kunden sind Hauseigentümer, Wohnungsgesellschaften, Kommunen und Kirchen aus der Region.

Was man verdient

Im Dachdeckerhandwerk gilt ein bundesweit einheitlicher Lohntarifvertrag, den der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks und die IG BAU abgeschlossen haben. Seit dem 1. Oktober 2025 liegt der Ecklohn für Gesellen (Lohngruppe 4) bei 22,51 Euro je Stunde, ab dem 1. Oktober 2026 bei 23,28 Euro. Junggesellen in den ersten zwei Jahren nach der Prüfung erhalten 20,26 Euro, Fachgesellen mit mindestens drei Jahren Erfahrung 24,76 Euro und Vorarbeiter 25,89 Euro. Helfer ohne Ausbildung bekommen mindestens den Branchenmindestlohn von 14,96 Euro und steigen mit der Zeit im Betrieb auf 18,01 Euro. Bei der tariflichen Arbeitszeit von 39 Stunden je Woche (169 Stunden im Monat) entspricht der Ecklohn rechnerisch rund 3.800 Euro brutto im Monat, ein Vorarbeiter kommt auf rund 4.375 Euro.

Hinzu kommen nach Tarif 26 bis 30 Urlaubstage, 25 Prozent Urlaubsgeld, ein Teil eines 13. Monatseinkommens und Zuschläge für Mehrarbeit, Sonn- und Feiertage. Für alle Betriebe verbindlich ist der Branchenmindestlohn: 16,60 Euro je Stunde für Gesellen seit Januar 2026, 17,10 Euro ab 2027 und 17,60 Euro ab 2028. Die Tariftabelle selbst bindet nur Betriebe, die Mitglied im Arbeitgeberverband sind oder den Tarif im Arbeitsvertrag anwenden. Fragen Sie deshalb konkret nach Lohngruppe, Stundenlohn, Urlaubsgeld und Sonderzahlung.

Ausbildung, Meister, Aufstieg

Die Ausbildung zum Dachdecker dauert drei Jahre und findet im Betrieb, in der Berufsschule und in überbetrieblichen Lehrgängen statt. Die tarifliche Ausbildungsvergütung beträgt seit Oktober 2025 1.000 Euro im ersten, 1.150 Euro im zweiten und 1.400 Euro im dritten Jahr; ab Oktober 2026 steigt sie auf 1.050, 1.200 und 1.460 Euro. Gute Voraussetzungen sind Schwindelfreiheit, körperliche Belastbarkeit, räumliches Vorstellungsvermögen und die Bereitschaft, bei jedem Wetter sauber zu arbeiten. Mathematik hilft beim Aufmaß und bei der Berechnung von Neigungen und Flächen.

Der Tarifvertrag bildet den Aufstieg direkt ab: vom Junggesellen über den Gesellen und Fachgesellen zum Vorarbeiter. Fortbildungen gibt es für Abdichtungstechnik, Fassadenbau, Solartechnik, energetische Sanierung und Denkmalpflege. Der Meisterbrief erlaubt die Ausbildung von Lehrlingen, die Betriebsführung und die Übernahme eines Betriebs; viele Inhaber in Sachsen-Anhalt suchen in den kommenden Jahren Nachfolger. Alternativ führen der Weg zum Techniker, zum Gebäudeenergieberater oder ein Studium im Bauingenieurwesen weiter.

Zukunft in Sachsen-Anhalt

Ein großer Teil der Wohnhäuser, Schulen und Gewerbebauten im Land wurde vor 1990 gebaut oder in den Neunzigerjahren saniert. Diese Dächer kommen jetzt in das Alter, in dem Eindeckung, Dämmung und Abdichtung erneuert werden müssen. Dazu kommt die Energiewende: Photovoltaik auf dem Dach braucht eine tragfähige, dichte Unterkonstruktion, und Dämmung nach dem Gebäudeenergiegesetz wird meist zusammen mit der Neueindeckung ausgeführt. Beides ist Dachdeckerarbeit, die vor Ort erledigt werden muss.

Sachsen-Anhalt hat außerdem einen ungewöhnlich großen Denkmalbestand: Fachwerkstädte wie Quedlinburg, Wernigerode und Tangermünde, Kirchen, Schlösser und die Bauhausbauten in Dessau. Schieferdächer, historische Ziegelformate und Kupferarbeiten verlangen Fachgesellen, die traditionelle Techniken beherrschen. Viele Betriebe haben Wartezeiten für Kunden, weil Fachkräfte fehlen; die Handwerkskammern Halle und Magdeburg werben deshalb mit eigenen Lehrstellenbörsen um Auszubildende. Wer heute anfängt, arbeitet in einem Gewerk mit voller Auftragslage.

So bewerben Sie sich

Nennen Sie in Ihrer Bewerbung Abschluss, Berufsjahre, Führerschein und Ihre Schwerpunkte: Steildach, Flachdach, Abdichtung, Fassade, Solar oder Denkmalpflege. Beschreiben Sie ein oder zwei Projekte, an denen Sie mitgearbeitet haben, und welche Aufgaben Sie dort selbst verantwortet haben. Für den Einstieg reichen Praktikum, Schulzeugnis und ein kurzer Satz dazu, warum Sie draußen und in der Höhe arbeiten möchten.

Klären Sie im Gespräch das Einsatzgebiet, die Regelung bei Schlechtwetter, Arbeitsbeginn, Fahrzeiten, Sicherheitsausrüstung und die Lohngruppe. Ein guter Betrieb erklärt, wie er einstuft, wann er die Gruppe anpasst und welche Fortbildungen er bezahlt. Offene Dachdeckerstellen in Sachsen-Anhalt finden Sie direkt unter diesem Artikel; die Bewerbung geht ohne Umweg an den Betrieb.

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